notsopretty

Das Performancekollektiv notsopretty besteht aus Anna Júlia Amaral, Marcel Nascimento und Nina Weber. Sie lernten sich während des Studiums der Szenischen Forschung (M.A.) an der Ruhr-Universität Bochum kennen und arbeiteten bereits vor der offiziellen Gründung von notsopretty in verschiedenen Konstellationen miteinander. So standen zum Beispiel Anna Júlia und Nina bei der Soloperformance MANSPLAINING (2018) Marcel beratend zur Seite. Anna Júlia und Nina entwickelten 2018 an anderer Stelle für das Theaterfestival Schwindelfrei in Mannheim die Performance #RACE. Es verbinden sie ähnliche Interessen und die gleichen künstlerischen Fragen, jedoch unterscheiden sich die individuellen Herangehensweisen, was eine Stärke von notsopretty bildet.

Anna Spindelndreier/ helloyou.studio (2021)

Kern der Zusammenarbeit ist die künstlerische Auseinandersetzung von Selbstdarstellung und Identitätskonstruktion auf Grund von Herkunft, Geschlecht und Sexualität im analogen und digitalen Raum.
Das gegenseitige Inspirieren, das Aushalten von Reibungen, der Spaß am künstlerischen Arbeiten und die Lust am Pop prägen notsopretty. Die verschiedenen Erfahrungen aus choreografischen Arbeiten, Video, sowie Bühnen- und Lecture-Performance bilden die Basis der Ästhetik der Gruppe.
Die multimediale Performance DER COMPUTER NUMMER 3 (2019) war das erste Projekt unter dem Namen notsopretty. Bei dieser Performance standen erstmals alle drei Mitglieder auf der Bühne und waren zugleich für die künstlerische Umsetzung verantwortlich. Die Performance hatte bereits mehrere Gastspiele in NRW (u.a. Ringlokschuppen Ruhr, Theater im Depot), jedoch konnten bisher keine Auftritte außerhalb des Bundeslands realisiert werden. Die Kooperation von notsopretty mit dem Ringlokschuppen Ruhr hat sich weiterentwickelt, sodass die neue gemeinsam produzierte Arbeit BOYBAND am 19. November 2021 dort Premiere feierte. In dieser Arbeit verhandeln notsopretty zusammen mit den Performern Tim-Fabian Hoffmann, Lars Schmidt und David Martínez Morente Männlichkeiten und Popkultur. Die Produktion geht aus dem Projekt FRAGILE hervor, das durch den Fonds Darstellende Künste im Programm #TakeAction gefördert wurde.

Anna Júlia Amaral 

ist Schauspielerin, Performerin, Workshopleiterin & Produktionsleiterin. Sie ist in Brasilien geboren, lebt seit 2014 in Bochum und arbeitet zwischen Brasilien, Spanien & Deutschland sowohl allein als auch mit anderen Kollektiven & KünstlerInnen. Seit 2017 ist sie Teil des Performancekollektivs dorisdean immer auf der Suche nach einer interdisziplinären Arbeit und nach verschiedenen Arten, das künstlerische Schaffen zu betrachten und zu erleben. 2019 war sie Teil von vier.ruhr als Content-Produzentin & Social-Media Managerin. Sie interessiert sich für eine Perspektive auf die Konstruktion von Identität, den Körper und lateinamerikanische Dekolonialismen in Europa. (Instagram)

Marcel Nascimento 

ist Performer, Videokünstler und Regisseur. Seine künstlerischen Forschungsinteressen liegen vor allem in den Bereichen Queer Studies, Sexualität, Männlichkeiten, Körperbilder sowie der Pop-Kultur. 2018 brachte er seine erste Soloarbeit MANSPLAINING heraus, bei der er sich mit seiner eigenen Männlichkeit im gesellschaftlichen Kontext auseinandersetzte. Die Forschung an Identität und dem Selbst liegen im Zentrum seines Interesses. Mediale-technische Mittel sowie das Verhältnis zwischen Zuschauer*in und Performer*in sind für ihn essentiell. Neben seiner Tätigkeit bei notsopretty und als Solokünstler, arbeitet er seit Anfang 2019 regelmäßig mit dem Kollektiv kgi – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten zusammen. (Homepage / Instagram)

Nina Weber 

studierte im Bachelor Theaterpädagogik an der Hochschule Osnabrück und Szenische Forschung im Master. Sie arbeitet als Performerin, Regisseurin und Dramaturgin. Neben der Arbeit mit notsopretty ist sie in Projekten mit anderen Künstler*innen, wie z.B. mit S. Rudat & das (i)dentityteam, dieeine&dieandere und Companie M aktiv. Sie interessiert sich für die Begegnung zwischen den Performenden und dem Publikum. In ihren künstlerischen Soloarbeiten beschäftigt sie sich mit Postkolonialisierung, Weißsein und Privilegien und forscht zur Verbindung dieser Themen mit Kunst. (Vita-PDF)